Niederdruckguss

Unter dem Niederdruckgießverfahren versteht man Gießanordnungen, bei denen die Metallschmelze mittels eines Steigrohrs von unten her in den Formhohlraum der aufgesetzten Gießform, meist eine Kokille, gedrückt wird. Dabei wird die Aufwärtsbewegung des flüssigen Metalls nach dem Gasdruckprinzip bewirkt, d.h. auf die Badoberfläche der Schmelze wirkt ein Überdruck, der das Metall sanft in die aufgesetzte Form zwingt. Dieses kann geschehen mittels:

 

  • Druckbeaufschlagung der Schmelze mit und ohne Gegendruck in der Form,
  • Vakuum in der Form.

Gießofen und Kokille bilden beim Niederdruck-Kokillenguss eine Einheit, welche durch das Steigrohr verbunden sind. Der Gießofen enthält das Gießmetalls in einem druckdichten Gefäß, das Steigrohr, die Einrichtungen zur Druckbeaufschlagung und ihrer Steuerung. Der Ofen dient in der Regel nur zum Warmhalten und nicht zum Erschmelzen des Metalls.

 

Durch Druckbeaufschlagung gelangt das Metall steigend in die Form. Nach der Formfüllung wird während der Erstarrung der Druck aufrecht erhalten, um Nachspeisung zu ermöglichen. Die Erstarrung des Gussstücks setzt sich bis zur vorgesehenen Trennstelle fest/flüssig am Gießmundstück fort. Dann erfolgt die Druckentlastung; die im Steigrohr befindliche flüssige Metallsäule reißt von der Festfläche ab und sinkt auf das Badspiegelniveau des Gießofens zurück. Um diesen Vorgang zu garantieren, d.h. um das im Steigrohr während der Erstarrung enthaltene Metall flüssig zu halten, wird das Gießmundstück beheizt.

 

Durch die für den Niederdruckguss charakteristische Anordnung von Ofen, Gießmundstück und Kokille erzielt man eine gerichtete Erstarrung. Somit entfallen aufwendige Anschnitt- und Speisungssysteme. Bei komplizierten, speisungstechnisch ungünstigen Formen werden mehrere Einfüllöffnungen verwendet. Eine Variante des Niederdruckverfahrens ist das Gegendruckverfahren. Das Niederdruckgießverfahren beschränkt sich nicht nur auf das Gießen in Dauerformen, sondern findet auch Anwendung bei verlorenen Formen.
(Quelle: http://www.tecnologix.net)

 

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Weitere Infos hier als PDF: Niederdruckguss.